Trauerkultur rund um die Welt 

Trauerkultur rund um die Welt 

Trauerkultur rund um die Welt 

Zur mexikanischen Trauerkultur gehören die Feierlichkeiten zum Dia de los Muertos. FOTO: COLORBOX

31.08.2022

Weltweit trauern die Menschen bei Todesfällen auf verschiedene Art und Weise. Letztlich entscheidet jeder selbst, wie er mit dem Tod eines geliebten Menschen umgeht. Dennoch gibt es unterschiedliche Bräuche, wie Menschen mit Trauer, Abschied und Gedenken umgehen.Tritt in einer türkischen Familie ein Todesfall ein, wird der Tote zunächst in einem gesonderten Raum auf dem Boden oder auf einer Matratze aufgebahrt. Die Familie des Verstorbenen kommt zu Besuch, wobei die Trauergäste mit Tee, Gebäck und gekochten Speisen versorgt werden. Der Leichnam sollte – wenn möglich – spätestens am Tag nach Eintreten des Todes beerdigt werden. Grund: Eine längere Aufbahrung im Haus würde laut Koran zu Unwohlsein des Toten führen. Daher wird er von Mitarbeitern der verantwortlichen Moschee abgeholt. Dort wird der Leichnam erneut für Besucher aufgebahrt. Die Trauergäste begleiten den Verstorbenen auf seinem letzten Weg in einem Trauerzug. Der Sarg wird nicht mit eingegraben – was übrigens in Deutschland nicht ohne Weiteres möglich ist.

In der mexikanischen Kultur bedeutet Sterben nicht das Ende. Vielmehr geht beim Tod die Seele ins Jenseits über und kehrt einmal im Jahr zurück ins Diesseits. Am sogenannten Dia de los Muertos – also dem Tag der Toten – feiern die Verstorbenen im Kreise ihrer Liebsten. In der Nacht zum 1. November verkleiden sich Kinder und Erwachsene als Skelette und überall auf den Straßen werden kleine Altäre zu Ehren der Verstorbenen aufgebaut. Ähnlich ist es vielerorts in weiteren spanischsprachigen Ländern.

Auf Jamaika wird nach dem Ableben eines Angehörigen eine neuntägige Totenwache abgehalten. Das Nine-Night-Ritual dient in erster Linie der Begleitung der Seele des Verstorbenen in das Reich der Toten. Am letzten Tag der Nine-Night wird seitens der Familie ein großes Fest ausgerichtet.

Die indische Kultur ist sehr stark vom Hinduismus geprägt. Der Tod wird als Befreiung der Seele und als Übergang dieser in eine neue Existenz angesehen. Noch am Todestag wird der Leichnam des Verstorbenen verbrannt. Damit sich die Seele des Verstorbenen frei entfalten kann, wird vorher der Schädel des Leichnams zerschlagen. Nach drei Tagen wird die Asche dann traditionell in ein heiliges Gewässer gestreut. mymemoria.de